Klonfleisch kommt uns nicht auf den Tisch

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Die große Mehrzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Europäischen Union möchte kein Fleisch von geklonten Tieren auf dem Teller haben. So klar wie diese Tatsache ist, so unklar ist aber die rechtliche Lage über das Klonen von Nutztieren in der EU sowie den Import von geklonten Tieren in den europäischen Binnenmarkt. Geklonte Tiere dürfen derzeit zwar nicht in den Handel, ihre Nachfahren jedoch sowie Fleisch, Milch oder Eier sehr wohl. Dabei ist unklar, wie weit verbreitet solche Produkte eigentlich sind, denn bisher gibt es keinerlei Kennzeichnungspflicht. Klonen ist ein internationales Thema. In zahlreichen Ländern wird geklont, etwa in den USA, China oder auch in Lateinamerika. Produkte, die aus geklonten Tieren hergestellt werden, könnten so auch nach Europa gelangen.

Initiativen, die den Umgang mit neuartigen Lebensmitteln und das Klonen in der EU vereinheitlicht hätten, sind bisher gescheitert. Besonders die Frage der Kennzeichnung von Lebensmitteln von geklonten Tieren und deren Nachkommen war hierbei strittig. Während der Plenarsitzung im September in Straßburg hat das Europäische Parlament mit einer überwältigenden Mehrheit nun klar im Sinne der europäischen Verbraucher und des Tierschutzes entschieden und dem Klonen von Nutztieren wie Schweinen und Rindern eine Absage erteilt.

Wir Europaabgeordneten haben den Vorschlag der Europäischen Kommission zu einer vereinheitlichten Regelung aufgegriffen. Ihr halbherziger Vorschlag ging uns jedoch nicht weit genug: So forderte die Kommission beispielsweise ein zeitlich befristetes Klonverbot, das nicht alle Nutztiere einschloss. Wir haben uns nun für ein unbefristetes Klonverbot und somit für mehr Rechtssicherheit ausgesprochen. Auch soll das Verbot für alle Nutztiere sowie auf die Einfuhr von Eizellen, Samen und die Nachkommen von geklonten Tieren in die EU gelten – verbunden mit einem System der Rückverfolgung.

Klonen verursacht großes Leid bei Muttertieren und den Klonen selbst. Die Tiere haben häufig eine kurze Lebenserwartung und leiden an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemnot. Studien haben gezeigt, dass hier in den letzten Jahren mit weitergehenden Forschungsarbeiten keine Verbesserung erreicht werden konnte. Deshalb muss damit jetzt Schluss sein.

Nun müssen sich die Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Position verständigen, damit die Verhandlungen zwischen Parlament und Rat über einen endgültigen Gesetzestext beginnen können. Nimmt man die bisherigen Debatten als Richtschnur, ist nicht mit einer schnellen Einigung beider Gesetzgebungskammern zu rechnen. Der Rat der zuständigen Minister wird voraussichtlich im Oktober wieder darüber verhandeln. Die Mitgliedstaaten sind nach dem eindeutigen Votum des Europaparlaments jetzt am Zug, denn ein baldiges europaweites Klonverbot wäre ein Meilenstein für den Verbraucher- und den Tierschutz.