EU zeigt Solidarität mit entlassenen Beschäftigten aus Brandenburg

 

EGF_Europ_Globalisierungsfond

In unserer globalisierten Wirtschaft verändert sich das Welthandelsgefüge rasant. Unternehmen verlagern Produktionsstätten und damit Arbeitsplätze ins Ausland, häufig vor allem um Lohnkosten zu sparen. Die weltweite Konkurrenzsituation kann auch dazu führen, dass Unternehmen ganz von der Pleite bedroht sind. Beides hat gravierende Folgen für die Beschäftigten und ihre Familien: Der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine persönliche Tragödie, in strukturschwachen Gebieten leidet eine ganze Region unter der Schließung eines Standorts.

Grünes Licht für die Unterstützung von entlassenen brandenburgischen Beschäftigten

Während der letzten Plenarwoche in Straßburg haben wir Europaparlamentarier nun Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung“, auch Europäischer Globalisierungsfonds genannt, freigegeben, um ehemalige Beschäftigte des brandenburgischen Solarmodulherstellers Aleo Solar AG beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu unterstützen.

Brandenburger Unternehmen unter globalem Wettbewerbsdruck

Die Aleo Solar AG aus Prenzlau konnte letztendlich dem Preisdruck aus China nicht mehr standhalten. Der chinesische Anteil am weltweiten Umsatz mit Solarmodulen ist mittlerweile auf mehr als 45 Prozent gestiegen, die Preise für Solarmodule sind allein von 2010 auf 2011 um 40 Prozent zurückgegangen. Damit lagen sie zuletzt unter den Produktionskosten der Aleo Solar AG, der bisherige Betrieb konnte nicht mehr Aufrecht erhalten werden. Circa 150 ehemals Beschäftigte wurden vom Nachfolgeunternehmen eingestellt, knapp 450 verloren dagegen ihren Job und werden nun mit Mitteln aus dem Globalisierungsfonds unterstützt.

Europäischer Globalisierungsfonds hilft im konkreten Einzelfall

Die EU hat den Europäischen Globalisierungsfonds im Jahr 2007 geschaffen. Er soll in konkreten Fällen, in denen eine große Anzahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch die Schließung eines Standortes ihren Arbeitsplatz verloren haben, eine maßgeschneiderte Unterstützung für diese beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben leisten. Mit einem maximalen Budget von 150 Millionen Euro pro Jahr können mit Mitteln aus diesem Fonds bis zu 60 Prozent der Kosten für Projekte unterstützt werden, die entlassenen Beschäftigten helfen, eine neue Arbeit zu finden, eine Weiterbildung durchzuführen oder sich selbständig zu machen. Seit der Einführung wurden mehr als 100.000 Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, mit Mitteln aus dem Fonds unterstützt. Das ist richtig und wichtig, denn der Globalisierungsfonds ist Ausdruck gelebter Solidarität.

Europäischer Sozialfonds investiert in Zukunftsfähigkeit europäischer Arbeitsplätze

Neben dieser konkreten Hilfe in Fällen, in denen die Arbeitsplätze leider schon verloren gegangen sind, muss es eine unserer Hauptaufgaben sein, Arbeitsplätze in Europa langfristig zu sichern. Ein wichtiges Instrument hierfür sind die Mittel aus den EU-Strukturfonds, insbesondere aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Die EU unterstützt mit ESF-Mitteln von circa 10 Milliarden Euro pro Jahr Projekte, die die Beschäftigungsaussichten von Millionen Europäern verbessern. So werden beispielsweise niedrig qualifizierten Arbeitssuchenden Schulungen angeboten, Jugendliche beim Übergang von Schule zum Beruf unterstützt, die berufliche Weiterbildung gefördert oder auch Existenzgründerinnen und Existenzgründern beim Schritt in die Selbständigkeit beraten. All diese Maßnahmen dienen der nachhaltigen Förderung von Beschäftigung in Europa und spielen vor allem in der derzeitigen Krise eine wichtige Rolle, um, den Anstieg von sozialer Ungleichheit und Armut in Europa bekämpfen zu helfen.